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Multotec Australia | Mineralaufbereitungsanlagen und Bergbaudienstleistungen

Integriertes PTC-Add-On ModelSearch

Konstruktions- und Fertigungsunternehmen aller Branchen kennen das Problem: Dubletten verstecken sich in ihrer Produktdatenbank, und deren Zahl nimmt mit jeder neuen Konstruktion zu. Bisher gab es keine effizienten Lösungen für die erfolgreiche Suche nach Zwillingen im CAD-Kosmos. So entstehen an den Tischen der Konstrukteur*innen immer wieder nur vermeintlich neue Modelle zu real hohen Kosten. Der Bergbauspezialist Multotec aus Australien hat nun die perfekte Lösung für das Dilemma gefunden. Hilfe erhielt das Unternehmen dabei vom anderen Ende der Welt. Von MAIT, dem Software- und Technologiepartner für die Fertigungsbranche.

Branche Bergbau & Metallverarbeitung
Region Australien
Unternehmensgrösse 172 MitarbeiterInnen

Australien verfügt über die weltweit größten Reserven an Eisenerz, Zink und Gold. Auch Kupfer, Kobalt und Silber liegen tief unter der Erde des Kontinents verborgen. Für die Förderung all der Bodenschätze aus dem kargen australischen Boden sind hochmoderne, robuste und ausdauernde Gerätschaften unerlässlich. Kein Wunder also, dass Multotec als weltweiter Anbieter von Bergbauausrüstung früh auch den australischen Markt für sich entdeckt hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden die notwendigen Werkzeuge für alle Schritte von der Bodenprüfung über die Probenentnahme, die Förderung und Weiterverarbeitung, bis zum Transport der Erze, Edelmetalle und -steine.

Am Hauptproduktionsstandard in Brisbane, im äußersten Osten Australiens, entwerfen die Multotec-Konstrukteure fortlaufend neue Bergbauausrüstung gemäß den Anforderungen ihrer Kunden. Dafür vertrauen sie auf das bewährte Produktentwicklungssystem von PTC, inklusive CAD-Software PTC Creo sowie PTC Windchill für das Produktmanagement. Das Ergebnis der hervorragenden Auftragslage ist ein gut gefülltes Lager: Zu jedem Zeitpunkt sind bei Multotec in Brisbane 1.500 bis 2.000 verschiedene Teile vorrätig, die meisten davon Einzelanfertigungen.

Aber müssen die Konstrukteure bei Multotec das Rad mit jedem neuen Auftrag neu erfinden? Wäre es nicht effizienter und kostensparender, zunächst nach passenden Konstruktionen im umfangreichen CAD-Verzeichnis zu suchen? Auf jeden Fall. Aber: Selbst führende Softwarelösungen wie PTC Windchill bieten keine praktikable Lösung für die Suche und den Abgleich neuer mit bereits existierenden Produktspezifikationen.

„Es war meistens einfacher, neue Teile zu konstruieren, als nach ähnlichen oder sogar identischen, existierenden Teilen zu suchen“, weiß Ben Lawson, Engineering Manager bei Multotec. Einfacher, aber auch teurer. Denn natürlich liegen die Kosten für eine Neukonstruktion immer um ein Vielfaches höher als für die Verwendung bereits bestehender Baupläne und -teile.

„Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, unsere Kosten zu reduzieren. Und wir wussten, dass in der Konstruktion großes Potenzial dafür steckt. Aber wir konnten den Schatz mangels verfügbarer Tools für die Ähnlichkeitssuche nicht heben. Dann kam MAIT mit ModelSearch – und hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Jetzt haben wir ein wirksames Mittel gegen die Schmerzen, die Dubletten und die Suche nach Teilen verursachen, und zwar nicht nur in der Konstruktionsabteilung.“
Ben Lawson

Engineering Manager bei Multotec Australia

Eine erschütternde Wahrheit und umfassendes Know-how geben den Ausschlag

Im Falle von Multotec kommt hinzu: Obwohl PTC eine preisgekrönte und international bewährte CAD-Gesamtlösung ist, ist sie in Australien nicht sehr weit verbreitet. Dementsprechend schwierig ist es in „Down Under“, kompatible Ergänzungen zu finden. Diese Herausforderung kannte auch Nigel Kriel, Managing Director von Multotec in Australien. Gemeinsam mit Ben Lawson war er schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einer passenden Lösung.

Im November 2020 wurde die beiden bei ihrer Tochterfirma LuCoTec fündig. Dort gewann eine „geometriebasierte Ähnlichkeitssuche“ für PTC Creo des österreichischen Softwareanbieters MAIT gerade an Popularität. Ihr Name: ModelSearch. Das Datenblatt für diese Lösung gelangte intern zu Multotec. Und es stellte sich schnell heraus, dass ModelSearch exakt das war, was Kriel und Lawson wollten.

Also fahndete Ben Lawson in den sozialen Medien nach den Softwareexperten von ModelSearch am anderen Ende der Welt – und fand Produktmanager Philipp Hinterdorfer, den er um eine Vorstellung der heiß ersehnten Softwarelösung bat. Hinterdorfer und sein Kollege Gerhard Schwab, Partner Sales Manager bei MAIT, reagierten umgehend: Zunächst präsentierten die beiden eine Standard-Demo mit hauseigenen Daten. Dann stellte ihnen Multotec eigene CAD-Daten für eine individuelle Demo zur Verfügung. Das Ergebnis dieser Vorführung „schockierte“ die Australier: „MAIT führte uns in einem Fall vor Augen, dass wir ein bestimmtes Teil in identischer Ausführung 30-mal im Lager hatten, mit 30 unterschiedlichen Teilenummern“, sagt Ben Lawson. Ein Schock mit Überzeugungskraft. Ein paar Tage später war der Vertrag zwischen Multotec und MAIT unterzeichnet. „Gerhard und Philipp waren die ersten, die wirklich auf alle unsere Fragen eine überzeugende Antwort hatten“, begründet Nigel Kriel die Entscheidung für MAIT.

ModelSearch bringt umgehend die gewünschten Effekte in der Konstruktion

Bis zum Go-Live vergingen nur wenige Wochen. Das MAIT-Team installierte aus der Ferne die hauseigene Lösung ModelSearch – die übrigens keine Schnittstelle darstellt. Vielmehr handelt sich um eine vollintegrierte Lösung in PTC Windchill. Diese Besonderheit ist nur möglich, weil MAIT seit Jahrzehnten eine sehr enge Partnerschaft mit PTC pflegt. Die Österreicher avancierten schon früh zu einem bevorzugten Produktentwicklungspartner des Softwareriesen. So entstand bei MAIT im österreichischen Linz die 3DCAD-Geometriesuchlösung, die heute den Namen ModelSearch trägt.

Die Kombination aus bewährter Partnerschaft, erprobter Software und umfassendem Know-how auf Seiten von MAIT bedeutete für Multotec: Die Installation der Software und das Einpflegen der Geometriedaten, der „Fußabdrücke“ der Produkte, übernahm MAIT. Für Lawson und sein Team war der Projektaufwand sehr gering. Eines Tages hatte der Engineering Manager von Multotec schlichtweg eine E-Mail von Philipp Hinterdorfer im Postfach. Ihr Inhalt, sinngemäß: „Ist erledigt.“ Und tatsächlich hatte MAIT die neue Lösung „schlüsselfertig“ abgeliefert.

Seitdem erhalten die Multotec-Konstrukteure ganz automatisch und in Echtzeit Vorschläge für vorhandene, ähnliche Bauteile, sobald sie im CADProgramm mit der Arbeit beginnen und erste Spezifikationen festlegen. Bei Bedarf können sie freilich auch per Knopfdruck nach möglichen „Zwillingen“ suchen. Hinzu kommt: Weil ModelSearch nur die vorhandenen Daten von PTC nutzt und eine vollintegrierte Lösung in Windchill ist, brauchen die User keine Schulung und müssen nicht zwischendurch andere Benutzeroberflächen ansteuern.

ModelSearch senkt heute die Kosten im ganzen Unternehmen

Nach einem Dreivierteljahr steht für Nigel Kriel fest: „ModelSearch ermöglichte es uns, unseren Teilekatalog deutlich zu reduzieren. Wir können eine nie gekannte Vielzahl vorhandener Teile zielgerichtet wiederverwenden, anstatt sie neu zu konstruieren. So entlasten wir neben der Konstruktion auch andere Abteilungen wie Planung, Lager und Fertigung“, sagt der Managing Director von Multotec.
Ben Lawson ergänzt: „ModelSearch ist das beste Mittel gegen den Schmerz, den Dubletten und die Suche nach Teilen verursachen.“ Dieser „Schmerz“ lässt sich beziffern: Ein neues Standardteil kostet Multotec in der Konstruktion etwa 800 Australische Dollar. Bei rund zehn neuen Teilen pro Monat entsteht ein jährlicher Aufwand von 96.000 Dollar – nur für die Konstruktionsarbeit. Wenn man jetzt noch die Kosten für die Angebotserstellung, die Fertigung, die Lagerhaltung und den möglichen Ausschuss dieser Artikel hinzurechnet, wird das überwältigende Einsparpotenzial von ModelSearch sehr deutlich. Doch nicht nur die Konstrukteure sind von der neuen Softwareerweiterung für Windchill überzeugt, sondern etwa auch Mitarbeitende im Einkauf und im Service des Bergbauspezialisten. „Der hohe Nutzen von ModelSearch zeigt sich nicht nur in der Konstruktionsabteilung“, weiß Ben Lawson. So kann die Lösung etwa bei Serviceanfragen genutzt werden, zum Beispiel bei der Frage, ob ein Kunde auch mit einem ähnlichen Produkt zufrieden wäre, falls das gewünschte gerade nicht vorrätig ist. „Manchmal fragt uns auch Sales nach einem bestimmten Teil mit ganz bestimmten Eigenschaften. Dank ModelSearch können wir dann sehr schnell Auskunft geben“, sagt Lawson.
 

Kurz: ModelSearch erreicht nach nicht einmal einem Jahr im Einsatz schon viel mehr als das, wonach Kriel und Lawson lange erfolglos gesucht hatten: effizientere und kostensparende Prozesse in allen Unternehmensbereichen, vom Einkauf über die Konstruktion und die Fertigung bis hin zur Lagerhaltung. Und natürlich ist da auch das MAIT Team, das Nigel Kriel zu schätzen weiß: „MAIT ist ein zuverlässiger Partner, der immer eine Lösung findet. Uns überzeugt aber auch die äußerst angenehme Art, wie sie uns als Kunden behandeln“, sagt er.

Damit hat MAIT hier digitalisiert

MAIT steht parat.

MAIT steht parat.